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Törns an der Küste von Sardinien und Korsika

Sardinien liegt etwa 112 Seemeilen vom italienischen Festland und sieben Seemeilen von Korsika entfernt. Die Bewohner Sardiniens betrachten sich selbst in erster Linie als Sarden und in zweiter Linie als Italiener. Sie sind ein freiheitsliebendes, unabhängiges Volk, das seiner Tradition und der Natur eng verbunden ist. Man ist sehr schnell gefangen vom Zauber des Landes und der Freundlichkeit seiner Bewohner. Die Küstenlinie beträgt inklusive aller Ein- und Ausbuchtungen etwa 1.150 Seemeilen. Für eine Umrundung viel zu viel: Wir beschränken uns daher auf die Nordküste Sardiniens und die Südküste Korsikas.

 

Möglicher Törnverlauf

Ausgangs- und Endpunkt der Törns ist Portisco. Wer vor oder nach dem Törn noch ein paar Tage auf Sardinien verbringen möchte sollte auch Olbia in Betracht ziehen. Im völligen Gegensatz zur Wunderwelt des Nordens ist Olbia eine chaotische Stadt, die aber voller Leben ist. Sie mag architektonisch schlicht gestrickt sein, aber im Vergleich zur erlesenen, eleganten Costa Smeralda ist Olbia eine angenehme Überraschung und, was viel wichtiger ist, eine lebendige Stadt. Für uns und unsere Gäste ebenfalls wichtig: Der Flughafen ist nicht weit entfernt und der Liegeplatz unseres Schiffes per Bus zu erreichen.

Den ersten Tag lassen wir ruhig angehen. Tagesziel ist ein Ankerplatz in ca. 20 Seemeilen Entfernung. Wir segeln die Costa Smeralda entlang, ein Traum aus Landschaft und Meer. Es ist knappe 30 Jahre her, als Aga Khan und einige weitere Herren der Hochfinanz den sardischen Hirten das Land abkauften und hier exklusive Feriensiedlungen aufbauten. Man kann es ihnen nicht verdenken, haben wir doch wirklich die schönste Küste Sardiniens an steuerbord unserer "bescheidenen" Yacht. Natürlich kommt kein Neid auf, wenn die Yachten der Reichen und Superreichen an uns vorüberziehen, denn wir wissen ja, wie anstrengend das Personal sein kann. Wir meiden auch ihre Häfen und ankern vor Cannignone, ein Fischerdorf, das trotz Tourismus seinen Charme bewahrt hat.

Am nächsten Tag geht es zum Maddalena Archipel. Sieben große Inseln und zahlreiche kleine Eilande und Felsen bilden dieses Paradies. Unerschöpflich die vielen Ankermöglichkeiten im kristallklaren Wasser.

Wir segeln weiter nach Korsika. Es hat schon seinen Reiz, während eines Segeltörns zwei verschiedene Länder und deren Kulturen kennen zu lernen. Außerdem schont Korsika die Bordkasse.

Beeindruckend, der Ort Bonifacio. Es ist immer wieder ein Erlebnis auf die Steilküste zuzusegeln, und erst im letzten Moment die schmale Hafeneinfahrt in der Felswand zu entdecken. Auf einem Kreidefelsen über dem Hafen thront die Zitadelle, ein Besuch lohnt sich. Weiter geht es vielleicht in den Golf von Porto Vecchio. Weit dringt der schmale Fjord in den grünen Ufersaum ein. Der stark gegliederte Golf wird von zwei weit vordringenden Landzungen begrenzt, an die sich nach Norden und Süden eine Kette von Buchten und herrlichen Stränden anschließt. Viele schöne Ankerplätze lassen sich auch hier finden. Im Hinterland von Porto Vecchio finden wir Korkeichenwälder und die sehr bedeutenden prähistorischen Stätten von Torre und Arraggio. Auch wenn wir uns im Laufe des Törns schon einen breiten und bedächtigen Seemannsgang angewöhnt haben mögen, sollten wir doch schon mal auf Erkundung gehen.

 Wir segeln wieder nach Sardinien, eine Hexe ist unser Ziel! Nicht wirklich, sondern unsere Ankerbucht „La Bruciata“ heißt so. Es fällt schwer, das Paradies wieder zu verlassen, wir müssen zurück nach Portisco. Es bleibt die Erkenntnis, das eine Woche im Paradies eine sehr begrenzte Zeit ist…

 In diesem Seegebiet herrschen im Sommer Winde aus W-NW vor, die selten mehr als 4 - 5 Windstärken erreichen. In der Straße von Bonifacio bläst der Wind häufig etwas heftiger. Dies wird als sportliche Herausforderung begrüßt. Sollte uns der Wind zu stark wehen, gibt es meist hinreichend "Fluchtmöglichkeiten" in ruhigere Gewässer.

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